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Beobachtungsnacht 1.Oktober Teil 1
03.10.2011, 21:24 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.10.2011 21:42 von Thomas.)
Beitrag: #1
Beobachtungsnacht 1.Oktober Teil 1
Hallo Füchse,

nachdem ich nun wieder voll dabei bin, hatte ich beschlossen, die Nacht vom 1. zum 2. Oktober (fast 9 Stunden und viel Kaffee) ausgiebig zu nutzen, um einige Objekte auf meiner Liste abzuhacken.
Meine Aufnahmetechnik habe ich etwas verändert. Alle der folgenden Bilder bestehen aus 4 Aufnahmen 300s bei ISO 800 und 1 Aufnahme bei ISO 400. Da meine Rohbilder immer hell sind, hatte ich mir überlegt mal ein etwas dunkleres mit einzubinden. Nach der Bearbeitung kann ich jetzt sagen, dass sich das gelohnt hat.

Also hier ein Teil der Bilder

M33 (ich hoffe besser getroffen und bearbeitet als der Letzte)

[Bild: M33f.jpg]

M81

[Bild: M81f.jpg]

M76

[Bild: M76f.jpg]

und als Ausschnitt

[Bild: M76af.jpg]

M45

[Bild: M45f.jpg]

Ich hoffe es gefällt euch.

Kann mir jemand verraten, wie ich meine alten Bilder aus der Bildergalerie des Fuchsbau löschen kann?

Tschüß

Thomas
Ps: Ich habe noch 3 AVI´s vom Jupiter auf Platte und komme mit Giotto und RegiStax nicht so recht weiter. Hat jemand noch eien Idee oder einen Tip für eine andere Software?

Thomas
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03.10.2011, 21:58 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.10.2011 22:03 von Speedy.)
Beitrag: #2
RE: Beobachtungsnacht 1.Oktober Teil 1
Hallo Thomas,

das sind schon gute Aufnahmen, aber da geht noch was. Versuche dich doch mal auf zwei Objekte in einer Nacht zu beschränken. Gerade Galaxien brauchen viel Gesamtbelichtungszeit und du wirst sehen, du kannst noch viel mehr herausholen. Und der Himmelshintergrund wird glatter, kaum noch rauschen.

Die Plejaden sehen schon toll aus.

Melde dich in der Galerie an und dann kannst du deinen Beitrag bearbeiten oder löschen, steht alles da. Nur ein Bild austauschen geht nicht.

Speedy
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04.10.2011, 20:45
Beitrag: #3
RE: Beobachtungsnacht 1.Oktober Teil 1
Hallo Thomas,

mein Favorit ist in dieser Serie auch der feine Reflektionsnebel bei M45.
Wie kommen bei den Plejaden eigentlich die vielen Spikes zustande? Hast Du das Telekop während der Serie um die Längsachse gedreht?

Zur Videobearbeitung kann ich Dir AviStack in der Version 2.0 Link sehr empfehlen. Die Bedienung ist zunächst gewöhnungsbedürftig aber die Resultete beeindrucken mich immer wieder.

Giotto nehme ich nur noch zur Videoaufzeichnung.

cs
Jens-Uwe
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04.10.2011, 21:50
Beitrag: #4
RE: Beobachtungsnacht 1.Oktober Teil 1
Hallo Speedy,

mir tut die Zeit leid, wenn ich von einem Objekt 20 Aufnahmen machen sollte, ich glaube, dass man mit der richtigen Bearbeitung auch mit weniger Aufnahmen zurecht kommt. Deshalb gibt es ja einen Erfahrungsaustausch um sich die Kniffs der Profis anzueignen.
Ich freue mich schon,wenn wir mal zusammensitzen und fachsimpeln.

Hallo Jens -Uwe,

nein das teleskop habe ich nicht gedreht. Ich stelle nur das Objekt ein und lasse die Monti 50 min ihre Arbeiot machen.Die Spikes haben etwas mit der Optik zu tun, aber den genauen Fehler habe ich noch nicht gefunden. Es steht sowieso ein Tuning in Berlin an, da könnens ich die Experten den Kopf zerbrechen.

Tschüß

Thomas
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05.10.2011, 08:50 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.10.2011 20:27 von JUKoehler.)
Beitrag: #5
RE: Beobachtungsnacht 1.Oktober Teil 1
Hallo Thomas,

ich muss Dir (auch aus leidvoller eigener Erfahrung) leider widersprechen, wenn Du meinst, mit der EDV vieles glätten zu können. Ich kann den Einwand von Speedy nur unterstreichen.
Aber vielleicht hast Du ja auch so eine coole Kamera, wie die 60Da-cooled ? Dann könntest Du tatsächlich Recht haben.....

Ein Grundsatz lautet: je besser das Rohmaterial, desto weniger EBV ist notwendig und um so höher wird die Qualität des Endproduktes.

Dahinter steht die Kenntnis, dass z.B. sehr lichtschwache Regionen (z.B. Deines ansich sehr schönen M33) beinahe schon im Dunkelrauschen der Aufnahmekamera (welche hast Du eigentlich benutzt?) verschwinden. Egal, wie Du dann die EDV einsetzt, Du wirst diese kleine Differenz zwischen Rauschen und Light nicht mehr ausreichend trennen können und damit bleiben diese Bereiche entweder nicht sichtbar (minimale Anhebung z.B. der Gradation im unteren Bereich) oder das Rauschen wird unerträglich (maximale Anhebung). Gerade bei dem M45 würdest Du mit einer wesentlich längeren Belichtungsreihe (stärkere Addition) noch VIEL, VIEL mehr Reflektionsnebel erkennen - die sind jetzt leider noch nahe dem Dunkelrauschen verborgen...
s. hier
da stecken über 1 1/2 Stunden Aufnahmezeit drin!

Beinahe alle hochqualitativen, mit einer DSLR-Kamera gemachten Aufnahmen sind das Resultat vieler Belichtungsstunden.

Ich vertrete sogar den Standpunkt, dass die ISO-Zahl höher werden darf, je mehr Aufnahmen später zur Addition kommen. All meine letzten Aufnahmen sind mit einer EOS 350D bei ISO 800-1600 entstanden.

LG
Jens-Uwe
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05.10.2011, 11:20
Beitrag: #6
RE: Beobachtungsnacht 1.Oktober Teil 1
Hallo Thomas, Hallo Füchse,

Sehr gutes Thema, dass hier angesprochen wird. Jens- Uwe hat insofern recht das mit jeder weiteren Aufnahme das Signal-Rauschverhältniss verbessert wird. Daraus folgt eine enorme Vereinfachung bei der EBV.
Ich bin allerdings der Meinung das eine hohe ISO nicht förderlich ist, da diese nur wie ein Verstärker wirkt und das Rauschen sowie Farbsäume und andere Bildfehler ebenfalls verstärkt. Nichts geht über Belichtungslänge!! Also lieber kleinere ISO und dafür längere Belichtung pro Bild. Denn die Licht Information ist auch bei z.B. ISO 200 oder 400 im Bild.
Das sind die Erfahrungen die ich gemacht habe.

Gruß Frank
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05.10.2011, 17:20
Beitrag: #7
RE: Beobachtungsnacht 1.Oktober Teil 1
Hallo Ihr drei,

Ja, da muss ich Frank zustimmen, auch ich habe die Erfahrung gemacht.
Wobei ich denke, das mit Temperaturen unter 0°C schon mal die ISO ein wenig erhöht werden kann.

Es gibt einen Typen, der macht richtig tolle Bilder mit hoher ISO, aber nur 30s. Aber!!!! im Schnitt 1000 Aufnahmen pro Objekt.

Speedy
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05.10.2011, 19:22
Beitrag: #8
RE: Beobachtungsnacht 1.Oktober Teil 1
Naja, dann macht er das wohl, weil er nicht so genau nachführen kann/will. Nicht, weil er nicht so viel Zeit in ein Objekt investieren will/kann. Auf die Belichtungszeit kommt er ja dann auch. Und, wenn ich das richtig verstanden habe: je mehr Bilder gestackt werden, desto glatter wird der Hintergrund.

LG

Gorden
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05.10.2011, 19:48 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.10.2011 20:34 von JUKoehler.)
Beitrag: #9
RE: Beobachtungsnacht 1.Oktober Teil 1
Wirklich ein interessantes Thema.

Die Wahl der geeigneten ISO-Zahl ist immer ein Abwägen zwischen den gewünschten Zielen und Gegebenheiten.

Ziele:
  • möglichst viel Licht sammeln
  • ohne die Vollsättigung des Pixel (ausbrennen der hellsten Objekte)
  • ohne das Überlaufen von Elektronen in Nachbarpixel zu riskieren (Blooming-Effekt beginnt ab dem Zeitpunkt der Vollsättigung eines Pixels)
  • möglichst kurze, dafür aber mehrere Einzelbelichtungen
    (1) um den Bilderverlust bei Störungen wie Guidingfehler, Flugzeuge...zu minimieren
    (2) um durch das Stacking mehrerer Aufnahmen eine weitere Rauschminimierung zu erzielen
  • Helligkeitsabstand zwischen Chiprauschen und lichtschwachen Bereichen möglichst hoch bekommen (verhindert das Absaufen im dunklen Bereich)


Möglichkeiten
  • Chiparchitektur
    A Bit-Tiefe des AD-Wandlers

    Canon 350D, 1000D, 40D[/color] = 12 bit
    d.h., es sind 2 hoch 12 = 4096 Helligkeitsstufen darstellbar

    Canon 550D, 60D = 14 bit
    d.h., es sind 2 hoch 14 = 16384 Helligkeitsstufen darstellbar

    CCD-Astrocam = 16 bit
    d.h.., es sind 2 hoch 16 = 65536 Helligkeitsstufen darstellbar

    wie viele Helligkeitsstufen kann eigentlich ein Monitor darstellen? Ich meine, dass ein durchscnittlicher Monitor je Farbkanal 6 (= 64 Helligkeitsstufen) bis 8 bit (= 256 Helligkeitsstufen) darstellen kann.......

    B Eigenrauschen des Sensors
  • Umgebungstemperatur
    je höher die Temperatur, desto mehr rauscht der Sensor


Theoretisch könnte man mit einer 40D eine einzelne Aufnahme von 32 Minuten bei ISO 100 machen. Möglicherweise wären die schwächsten Gebiete eines Dunkelnebels gerade noch sichtbar und die hellsten Sterne sind dann schon ausgebrannt, der Bloomingeffekt wird bereits leuchten.
Alternativ könnte man eine belichtungszeitäquivalente Aufnahmeserie von 2 x 16 min (ISO 200), 4 x 8 min (ISO 400), 8 x 4min. (ISO 800), 16 x 2 min. (ISO 1600) 32 x 1 min. (ISO 3200) machen.

Das Rauschen bei den Einzelbildern nimmt exponentiell zu, wie hier an der folgenden Grafik der D450 dargestellt. (obere durchgezogene Kurve = Deviation [Rauschwert] der jeweiligen Einzelaufnahme)

[Bild: ScreenHunter_02+Apr.+18+16.47.jpg]
Grafik: Peter Eppich


Durch das Stacking kann der Deviationswert im Verhältnis zum Rauschen des Einzelbildes annähernd halbiert werden wenn in jeder ISO-Stufe die Bilderzahl jeweils verdoppelt wird.

Das geringe Rauschen der Einzelaufnahme bei niedriger ISO-Zahl kann jedoch niemals erreicht oder gar unterschritten werden.

Dies legt im Zusammenhang mit dem Bildrauschen nahe, dass wenige sehr lange Belichtungen bei niedrigster ISO-Zahl das Optimum wären.
Dem steht aber der Dynamikumfang der Sensoren entgegen. Je niedriger die bit-Tiefe der Kamera, desto geringer der Dynamikumfang, desto früher die Übersättigung heller Bereiche bei langzeitigen Belichtungen (die Histogrammkurve steht weit rechts).
Werden bei diesen wenigen Aufnahmen die Belichtungszeiten zur Minimierung von Ausbrennungen wiederum verringert, gehen lichtschwache Bereiche im Sensorrauschen bzw. Himmelshintergrund wiederum unter (Histogrammkurve steht weit links)
All das ist auch wesentlich von der Umgebungstemperatur abhängig. (Erhöhung um 7°C macht eine Verdopplung des Deviationswertes und Reduzierung um 7°C halbiert diesen Wert)

Ich denke, es wird ersichtlich, dass es sehr viele Faktoren sind, die schon während der Aufnahme qualitätsbeeinflussend sind (Focus, Dark, Flats.... noch nicht mitbedacht). Letztendlich würde ich sagen: ISO so niedrig wie möglich, aber so hoch wie nötig. Eine Faustformel konnte ich bisher nicht finden, werde aber bei Gelegenheit mal eine vergleichende Testserie machen.

Am Ende wird jeder Fotograf mit seinem individuellen Equipment sein individuelles Optimum für sich herausfinden müssen.

Meine meisten Aufnahmen habe ich mit ISO 800 gemacht und fand so MEIN Optimum. Frank ist mit ISO 200 bis 400 dabei und unser Foto-Benjamin Gorden hat mit seiner D60 noch bei ISO 12000 (!) interessante Resultate gezeigt.

Hoffe, dass ich jetzt nicht zu sehr verwirrt habe, aber es lohnt sich wirklich, hier einmal in eine Diskussion einzusteigen.

Habe ich Euch schon gesagt, dass ich jetzt langsam packe ?Blob

Jens-Uwe
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05.10.2011, 20:35
Beitrag: #10
RE: Beobachtungsnacht 1.Oktober Teil 1
Hallo alle zusammen,

das klingt ja nach einem Thema für einen extra Stammtisch.
Ich glaube davon würden alle profitieren,da (gegenüber früher) doch jetzt viele Astrofotografen zu den Füchsen gehören.

Sollte es mal wieder klar sein werde ich mal die Bilderzahl nach oben schrauben und dann schauen, ob es wirklich soviel bringt.

Meine Kamera ist immer noch eine Canon 350DA und ich mache meine Bilder zu 90% bei Iso 800. Iso 1600 wird nach 300s so hell, dass man
die Objekte kaum sieht.

Tschüß

Thomas
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